Spickmich.de als Vorbild für andere Portale

Bei Spickmich.de dürfen also weiterhin Lehrer bewerten werden. Der Bundesgerichtshof hat die Klage einer Lehrerin abgewiesen. (siehe SpiegelOnline)


Die Lehrerin hatte gegen die Benotung ihrer SchülerInnen geklagt und wollte diese herausnehmen bzw. anonymisieren lassen. Die Schüler selbst sind nicht erkennbar und aus den Noten aller wird ein Druchschnitt gebildet. Nun hatte diese Lehrerin einen Durchschnitt von 4,3 bekommen und dies war öffentlich sichtbar. Manuel Weisbrod – einer der Macher von Spickmich.de – wurde gestern in einem Interview bei NDR Info zum Urteil befragt. Wichtig ist, dass nach seinen Aussagen, erst Benotungen eingestellt werden, wenn mindestens 10 Schüler beteiligt sind. Für ihn ist relevant, dass die Schüler anonym abstimmen dürfen, da die Lehrer am längeren Hebel sitzen würden und dann entsprechend Noten in der „realen“ Welt vergeben könnten. Das Thema Anonymisierung nahm ja während der Verhandlung vor Gericht einen großen Raum ein. Auch die Lehrer wollten anonym bleiben. Dies wiesen aber die obersten Richter zurück.
Das Urteil ist nicht nur für Spickmich.de wichtig, sondern auch für andere Portale, in denen Dienstleitungen oder Menschen mit ihrem Können bewertet werden. Im Interview wurden explizit Ärzte genannt, die nach einer Behandlung von ihren Patienten bewertet werden. Solche Seiten gibt es schon im Netz und der Gesetzgeber forciert dies sogar. Die Qualität der Medizin soll vergleichbar werden und der mündige Patient soll auf Basis von Beurteilungen aussuchen können, wo bzw. von wem er sich behandeln läßt.
Diese Wahl haben Schüler ja nur zum Teil. Sie können nicht ohne weiteres die Klasse oder sogar die Schule wechseln. Bei Patienten sieht dies schon anders aus. Hier wird über die Portale ein Wettbewerb ins Leben gerufen, wie es ihn so noch nicht in der Medizin gegeben hat.
Wichtig ist aber, dass die Betreiber der Portale, Mechanismen finden, dass nicht aus niederen Gründen wie Rachsucht ungerechtfertigte Benotungen ins Netz gestellt werden. Eine Qualität aufzubauen und zu halten ist ein langer Prozess. Aber durch einige wenige Querschläger kann ein Mensch in Verruf geraten und es dauert dann meist noch länger, den guten Ruf wieder herzustellen.

Gerade heute bekommen wieder viele Schüler in Niedersachesen ihre Zeugnisse und nicht jeder wird mit der Benotung seiner Lehrer zufrieden sein. Spickmich wird heute viel Besuch bekommen und einige Schüler werden ihren Lehrern es zuückzahlen wollen.

Ob nun Lehrer, Mediziner, Chefs oder andere Menschen bewertet werden. Es liegt trotz des Urteils eine große Verantwortung bei den Betreibern.

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4 Kommentare

  1. Sisyphos

    Kritik ist grundsätzlich gut, aber die große Frage ist, ob sie im Internet veröffentlicht werden muß. Meine Antwort: nein!
    Wie Du schreibst: „.. werden es ihren Lehrern zurückzahlen wollen..“ – da liegt der Haken, auch bei anderen Portalen. Ich würde mich z.B. wegen eines Arztes nicht auf Urteile (zum Teil sogar anonyme) anderer verlassen.

  2. Felix

    Guten Noten sollen sich lohnen! Deswegen gibts hier eine Belohnung! http://www.yigg.de/toolbar/presse-und-medien/telefon-de-belohnt-lehrer-mit-guten-spickmich-noten

  3. Ralf (Beitrag Autor)

    Das Internet kann als Basis zur Information z.B. über ein Krankenhaus dienen, sollte aber nicht die alleinige Entscheidungsgrundlage für eine Behandlung sein.

  4. Gothic

    vor allem nicht wenn die grundlange eine handvoll meinungen sind. vor allem bei schüler. der „beste“ lehrer ist nicht immer der beliebteste

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