Mera Luna 2010 – Ein persönliches Fazit

Mera Luna 2010

Mera Luna 2010

Das Mera Luna ist nun schon ein paar Tage vorbei. Ich war dieses Jahr das siebte Mal in Folge auf diesem Festival der „schwarzen Musik“ (was das auch immer sei). Das Festival hat sich in den letzten Jahren verändert und auch nicht. Von der Organisation und dem Ablauf ist es viel professioneller geworden. Einige werden sagen: kommerzieller.
Es sind einige Neuerungen eingeführt worden, wie zum Beispiel der Band-Contest, der Mittelaltermarkt und die Modenschauen. Die Verkaufsstände zeigten dieses Jahr Einheitlichkeit durch Nutzung gleicher Zelte.



Es gab dieses Jahr einen Besucherrekord: 24.000 Menschen waren auf dem Gelände. Dies ist sicher dem Line-Up zu verdanken. Headliner waren Sisters of Mercy, Unheilig, In Extremo und Placebo.Unheilig, Placebo und die Co-Headliner Editors werden viele Tagesgäste angezogen haben. Die Mittelalterfraktion hatte den Markt, Saltatio Mortis, In Extremo, Rabenschrey und noch ein paar Acts. Auch diese sind gut bedient worden, zumal In Ex mit einer großen Pyro-Show zu punkten wusste. Auch die Fraktion der EBMler und die Anhänger des Industrial sind wohl voll auf ihre Kosten gekommen. Agonoize, Combichrist, Feindflug. Laibach und Skinny Puppy fanden auch ihr Publikum.
Mera Luna bedeutet auch: Sehen und gesehen werden. Neben den klassichen Gothic-Fans, fanden sich auch wieder vermehrt Uniformträger, Cyber-Goths, Steampunk-Fans. Die Mittelalter-Fans fielen gar nicht mehr so auf.
Aber auch „normal“ gekleidetes Publikum fand sich ein (ich habe sogar ein Atzin-T-Shirt sehen müssen). Auch dies wird dem diesjährigen Line-Up geschuldet sein.
Das Festival ist immer noch ein entspanntes und friedliches Ereignis. Es wird nicht gedrängelt, man ist nett zueinander. Ein paar Durchgeschnallte, die irgendetwas zu sich genommen haben, was bestimmt für einen üblen Kater gesorgt hat, mussten vor der Bühne moshen. Aber auch das war für alle Anwesenden kein Problem. Die Securities waren zurückhaltend und ich habe sie nirgendwo einschreiten sehen müssen.
Das Mera Luna ist ein anderes Festival als Deichbrand, Omas Teich, Hurricane, Area4. Es hat immer noch ein überwiegend anderes Publikum. Aber ein wenig ist ab von diesem Lack. Ich habe die Befürchtung, das sich das Mera an die anderen festivals annähert. Man findet den Supermarkt (eine wirklich tolle Idee) und andere Einrichtungen mittlerweile auf vielen anderen Events auch. Die Auswahl der Künstler nähert sich auch an. Der Veranstalter scheint ein Paket gekauft zu haben, das mehrfach vermarktet wird. Placebo und die Editors finden sich auch beim Area4.

Banner Hanzel und Gretyl

Banner Hanzel und Gretyl

Für das nächste Jahr ist als Headline bereits ASP angekündigt. Die Veranstalter tun aber gut daran, sich zu überlegen, wen sie weiter engagieren. Für mich waren dieses Jahr die „kleinen“ Bands die Hingucker: Hanzel und Gretyl, Lord of the Lost, Punish Yourself. Die Sisters, Editors und Placebo und auch Unheilig habe ich aus der Ferne angehört und bin meist nach ein, zwei Titeln gegangen. Diese Bands kann ich auch im Radio hören…

Lord of the Lost

Lord of the Lost

Lord of the Lost

Lord of the Lost

Auf ein wirkliches persönliches Highlight bin ich per Zufall gestossen. Auf dem Mittelaltermarkt trat ein Jongleur auf, der einen ungemeinen Unterhaltungsfaktor hatte. Dieser reagierte sehr spontan auf sein Publikum und konnte mich mehr fesseln als so manche „große“ Band.

Jongleur auf dem Mera Luna 2010

Jongleur auf dem Mera Luna 2010

Jongleur auf dem Mera Luna 2010

Jongleur auf dem Mera Luna 2010

Mein Fazit: Das Mera hatte einen eigenen Charakter und diesen scheint es sehr schleichend zu verlieren. Wenn die Veranstalter nicht aufpasssen, kann er verloren gehen. Aber vielleicht ist dies ja auch in deren Sinne.

Punish Yourself

Punish Yourself

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