Das Imperium der Ameisen nach H.G. Wells – Ein Hörspiel

Adaption von Oliver Döring. Spieldauer 55:47 Minuten. Label: Folgenreich (Universal Music Group)

Die Hörempfehlung ist auch bei diesem Hörspiel mit ab zwölf Jahren angegeben. Aber gerade für Erwachsene lohnt es sich, »Das Imperium der Ameisen« anzuhören.

Diese eher unbekanntere Kurzgeschichte von H.G. Wells wurde auf die bekannt gute Art und Weise von Oliver Döring umgesetzt. Soundeffekte, Musik und die Aufnahme der Sprecher sind sehr gut und differenziert aufgenommen und bieten einen wirklichen Hörgenuss.

Die als Vorlage dienende Kurzgeschichte stammt aus dem Jahre 1905, wird aber in die heutige Zeit transportiert. Lukas Holroyd arbeitet seit kurzer zeit bei einem Pharma-Konzern und wird genötigt, in den Dschungel von Peru zu reisen, um einen dort verschollenen Kollegen John Perkins zu suchen. Perkins hat im Auftrag der Firma Studien betrieben, um das Gift einer großen Ameisenart kommerziell zu verwerten. Holroyd ist eher ein Mensch, der in einer sauberen, geregelten Umgebung leben und arbeiten möchte. Für ihn ist der Trip in den dreckigen Urwald eine echte Strapaze. Doch er wächst mit seinen Aufgaben und schlägt sich tapfer durch. Holroyd ist der Erzähler der Geschichte und so erfährt man hautnah von seinen Sorgen und Ängsten. Mit diesem Kniff werden die Zuhörer mitten in die Handlung einbezogen. Schließlich findet Holroyd den Kollegen, doch damit ist die Geschichte nicht beendet, sondern sie beginnt eigentlich erst.

Das Hörspiel ist dramaturgisch geschickt aufgebaut. Zu Beginn landet der Hörer mitten in einer dramatischen Szene und erfährt dann die dahinterstehende Geschichte durch Lukas Holroyd erzählt. Die Sprache ist stellenweise roh und bisweilen werden ausfällige Begriffe genutzt. Ansonsten ist die Atmosphäre eher ruhig, wird aber durch entsprechende Sounds immer wieder intensiviert. Diese Effekte werden aber sinnvoll eingesetzt und dienen der Story.

Diese Hörspiel-Adaption kann als rundum gelungen angesehen werden. Geschickt wird die Handlung in die Gegenwart gelegt. Die Dramaturgie ist sehr gut und die einzelnen Sprecherrollen passend besetzt. Oliver Döring versteht sein Fach, denn Hörspiele funktionieren nach anderen Gesetzen als Bücher oder Filme. Ihm gelingt es unaufdringlich, ein tolles Kopfkino zu schaffen.

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