Die Gesundheitskarte – kommt sie nun doch schneller?

vmlgk1_v2_mittelDie Gesundheitskarte wird ja von manchen Kritikern als Dosenmaut-Projekt angesehen, so lange hält sie die Welt des Gesundheitswesens in Atem. Viele – vor allem die Datenschützer -haben Bedenken, viele wollen sie durchboxen. Die Niedergelassenen im Norden wollen sie nicht und boykottieren wohl aktiv die Einführung, denn die Kosten für die Technik sollen die Ärzte tragen.

In der nun aktuellen Form entspricht die Gesundheitskarte der alten Versichertenkarte plus Bild und plus Möglichkeit des digitalen Rezeptes. Andere Funktionen wie die Patienten-Akte inkl. Röntgenbilder sind erst einmal ad acta gelegt.

Seit Ende 2008 ist nun das sogenannte Basis-Rollout im Gang.

„Der Start der Gesundheitskartenausgabe in Deutschland ist in fünf Rollout-Regionen aufgeteilt. Nach dem beendeten Rollout in einer Region sind Ärzte und Krankenhäuser verpflichtet, Lesegeräte für die neue Karte zu besitzen. Das sogenannte Basis-Rollout ist Ende 2008 in der Region Nordrhein gestartet. Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein werden im ersten und zweiten Quartal 2009 mehr als 19.000 Lesegeräte an Vertragsärzte und Psychotherapeuten in der Region Nordrhein ausgegeben. Die neue elektronische Gesundheitskarte kann dann an neun Millionen Versicherte im Rheinland geschickt werden.“ (Zitat 3M)

Der logistische Aufwand ist nicht ganz ohne und das hatten sich die Verantwortlichen wohl auch einfacher vorgestellt.

Die Softwareanbieter geben nun seit kurzer Zeit grünes Licht: Sie können die Karte lesen und die Daten verarbeiten. Ein Problem, dass die Mitarbeiter in den Praxen und ok8751_01_v2_noshadow_seal_3m_v2_mittelKrankenhäusern zu Recht sehen, ist die Signatur, die über die Eingabe einer 6-stelligen PIN-Nummer vom Arzt generiert wird. Dieses dauert bei der Vielzahl von Dokumenten und Formularen einfach zu lange. Doch hier soll die sogenannte Konfort-Signatur Abhilfe schaffen. Mittels RFID soll berührungslos nun die Signatur erstellt werden.

Problematisch ist noch die Übergangszeit, solange noch die alten Karten im Umlauf sind. Kommt z.B. ein Patient aus einem Gebiet, wo die neue Karte schon ausgerollt worden ist, im Urlaub in eine Praxis oder ein Krankenhaus, dass nicht zu dieser Region gehört, so muss es dennoch möglich sein, diese Karte zu lesen und zu beschreiben. Bis jetzt mußten beide Umgebungen vorgehalten werden. Hier waren die Hardware-Hersteller gefragt.

3M bietet nun zwei Geräte an (stationär und mobil), die beide Karten lesen können und auch schon die Komfortsignatur vorsehen.

Die Computertechnologie dominiert nun auch diesen Bereich. ich bin gespannt, ob es mal wirklich bei Lidl und Aldi Settopboxen für den Fernseher geben wird, mit der die Karte ausgelesen werden kann. Denn wer zu Hause keinen Rechner hat, soll ja auch selbstbestimmt Zugriff auf seine Daten haben. Wer dannauch noch keinen Fernseher hat, der soll sich zu seinem Hausarzt begeben, der ihm dann in Ruhe und ausführlich alles erklärt …

(Fotos: 3M)

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