SchlossCon – Der SFCD-Con 2009

schlosscon

Am 05. bis zum 07.06.2009 fand der diesjährige SFCD-Con als SchlossCon in Schwerin statt.

Selbst als „Norddeutscher“ hatte ich eine Anfahrt von 300 km. Ab Bremen gab es Baustellen mit Geschwindigkeitsbegrenzungen oder Geschwindigkeitsbegrenzungen ohne Baustellen. Den Wagen voll geladen mit technischen Equipment, Bücher in der Bücherkiste zum Signieren, Material zum Curt-Siodmak-Preis (Die Mail von Arno mit der Online-Abstimmung war pünktlich um 7:00 Uhr morgens im E-Mail-Kasten) und dem ganzen Zeug für die Mitgliederversammlung des SFCD ging es also Richtung Schwerin.

Der Navi wusste Bescheid und eigentlich war alles ganz stressfrei. An der Con-Location angekommen, Zimmer bekommen, alles ausladen und mal schauen, wer so alles schon da ist. Zu meiner großen Überraschung waren die Bayern Ralf und Michael schon vor Ort. Eckhard und Matthew machten einen entspannten Eindruck. Alles wird gut!

Wolf von Wittig und Hansi Mader waren auch schon anwesend. Nett, die Beiden, die ich nur von Fanzine-Kontakten gekannt habe, mal live zu sehen.

Der Con wurde dann zum „Flexi-Con“. Kein Programmpunkt außer der MV (das nenn ich mal die positive Kontinuität des SFCD) fand zu dem Termin statt, wo er angesetzt gewesen war. Ich machte den Vorschlag, eine Versionsnummer auf dem Veranstaltungsplan aufzudrucken und den Hinweis: „Alle bisherigen Pläne werden hiermit ungültig!“

Jürgen Lautner zeigte sein Con-Jahr 2008. Gewohnt professionell und mit einigen bissigen Kommentaren gespickt präsentierte er seine beachtliche Ausbeute an Fotos. Sehr unterhaltsam! Es waren auch nicht die Akteure der Programmpunkte anwesend und so musste Dieter Schmidt die Gesprächsrunde mit den literarischen Ehrengästen H.D. Klein, Ken MacLeod und Klaus Beese bestreiten. Das hat er auch sehr gut gemacht. Während Ken als Zoologe und Klaus Beese als Jurist ja noch ganz „normal“ waren, ist H.D. Klein neben Fotograf und SF-Autor noch Bestatter…

Roger Murmann brachte uns den Menschen Juri Gagarin, den russischen Pionier der Raumfahrt, nahe. Der Kalte Krieges machte aus einem Helden eine tragische Figur. Gagarin war ein Pop-Star der 60er Jahre!

Danach gab es viele gute ernste aber auch lustige Gespräche.

Am nächsten Morgen überraschte ein doch recht gutes Frühstück und so ging es gestärkt in den zweiten Con-Tag.

BiFi und Thomas sezierten dann den fannischen Ehrengast Hansi Mader (HJM – wie es als Big Name Fan sich gehörte). Die drei „Ehemaligen“ (SFCD-Vorsitzenden) brachten allerlei lustige Erlebnisse aus dem Fandom ans Tageslicht.

Nach dem Mittag zeigte uns Jürgen Lautner Impressionen des Künstlers H.R. Giger. Er soll eigentlich ein bescheidener netter Mann sein: Seinen Werken ist dies aber nicht anzusehen. Die Figur des Alien aus dem gleichnamigen Film ist sicher seine berühmteste Leistung. Aber auch Neues war zu erfahren, denn Giger war mit Dali befreundet. Jürgen empfahl, unbedingt die Giger-Ausstellung in Frankfurt zu besuchen.

Nach einem fruchtbaren Gespräch der anwesenden Vorstandsmitglieder mit dem Chefredakteur kam es zu einem weiteren Höhepunkt: Der Verleihung des Deutschen Science Fiction Preises (DSFP). Karla Schmidt in der Sparte Kurzgeschichte und Dirk C. Fleck mit „Das Tahiti-Projekt“ bei den Romanen waren die verdienten Gewinner. Das Ganze wurde von einem Fernseh-Team, das eine Dokumentation über Dirk C. Fleck und das Projekt produziert, aufgenommen. Siehe auch hier: „Deutscher Science Fiction Preis verliehen.“

Abends wurden wir per Bus und Straßenbahn in die Innenstadt von Schwerin in einen alten Weinkeller verbracht. Und es zeigte sich, es gibt nur eine Zone!

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Dieses und der Spruch: „Ich hab eine Glaubenskrise, ich glaub nicht an den Bus“ auf der Rücktour wurden zu geflügelten Worten. Das Essen war gut, die Gespräche besser. Ein schöner Abend. Dafür fiel dann der nächste Programmpunkt aus und ich war mit meiner „Vampir“-Performance dran, die sich dann auch themengemäß bis nach Mitternacht erstreckte.

Die Auswertung des Curt-Siodmak-Preises nahm ich um 4:00 Uhr morgens vor und so sah dann auch meine Powerpoint-Präsentation aus. Zwei Fehler auf drei Seiten! Das ist rekordverdächtig. Die Nacht war kurz und der Morgen voller Arbeit. Am Sonntag um 10:00 Uhr startete pünktlich (wie schon gesagt schaffte dies kein einziger Programmpunkt sonst auf dem Con) die erste MV des neuen Vorstandes. Die Vorbereitung war umfangreich. Listen auslegen, Satzungen verteilen, Tabellen und Dokumente öffnen. Wichtig war es, alles in grosser Schrift zu projizieren, denn „wir sind ja schon alle über 49 Jahre alt.“Es war zwar nicht alles „Friede, Freude, Eierkuchen“ aber doch recht harmonisch. Nach nur 4,5 Stunden (abzüglich einer Pause von 45 Minuten) waren wir fertig. Alles durch und nichts vergessen. Selbst Thomas bekam endlich seine Urkunde zur Ehrenmitgliedschaft aus meiner Produktion. Man muss sich halt um alles selbst kümmern, nicht wahr Michael.

Da ich wieder nach Hause dürfte, hieß es: Alles wieder ins Auto verpacken, sich verabschieden und den Weg wieder zurück ins Ammerland.

Es war kein Programm-Con, aber das haben alle im Vorfeld gewusst. Ist ja aber auch nicht notwendig. Es gibt viele verschiedene Arten, einen Con zu machen. Der SchlossCon war eine Art davon und das ist gut so!

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3 Kommentare

  1. Pingback: Kleiner Con-Bericht zum SchlossCon in Schwerin | Das SFCD-Blog | Science Fiction Club Deutschland e. V.

  2. Matthew

    Es haben einige programmpunkte zu ihrer vorgesehenen zeit stattgefunden, so z.b. die verleihung des deutschen science fiction preises und die lesung der gewinner.
    Alles in allem hat auch mir der con gefallen und viel spaß gemacht – und das als verunstalter!

  3. Ralf (Beitrag Autor)

    Der DSFP hat sich doch auch verzögert, weil der Vorstand mal wieder nicht in die Pötte gekommen ist …
    War doch prima so!

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