Mediziner im Weltall – 10. Kapitel


Kapitel 10: Blau oder grün

„Nun haben wir nur noch ein Problem. Was ist mit dem dritten?“, meinte Commander Weser. In diesem Moment kam über den Bordcomputer eine Meldung: „Feuer im unteren Maschinenraum. Unbefugtes Eindringen eines Mitgliedes der Sicherheitsabteilung!“

„Jetzt wissen wir zumindest, wo er ungefähr ist!“ meinte der Commander. „Fish, nehmen Sie Dr. Frey und ein paar Sicherheitsleute und gehen Sie zum dritten Maschinenraum! Vor Ort ist das Brandschutzteam schon eingetroffen. Der Brandschutzbeauftragte – wie heißt der nochmal?“ „Abamo! Sir!“ „Ja, genau der. Er wartet bereits auf Sie! Bringt das Feuer unter Kontrolle. Ich erwarte schnellstmöglich einen Rapport. In der Zwischenzeit werden wir versuchen, die Sternenverteidigungsflotille zu benachrichtigen, damit die anderen gewarnt sind.“

Fish, Cherry, die Bordärztin sowie fünf weitere Sicherheitsleute machten sich auf den Weg. Nach mehreren Feuerschleusen, die bei Alarm automatisch schließen und alle von Fish mit der besagten Geheimzahl und dem Personen-Identifizierungschip entriegelt werden mussten, standen sie vor dem Maschinenraum 3. Hier wartete bereits die Brandabwehr unter Führung von Barok Abamo, dem charismatischen Brandschutzbeauftragten.

„Um die letzte Brandschutzübung habe ich mich erfolgreich gedrückt. Jetzt gäbe ich etwas darum, ich hätte es nicht getan!“, flüsterte Dr. Frey zu Cherry. „Naja, es ist eigentlich ganz einfach. Wir müssen halt irgendwie an die Schaltzentrale des Maschinenraumes ran. Der Schalter ganz rechts löst die Sprinkleranlage aus. Einziges Problem dabei: Wir wissen nicht, wo unser Freund aus Blech ist!“

„Okay, wir teilen uns in zwei Gruppen. Cherry und Dr. Frey gehen mit Clontin, Bash, Corter und Raegen links den Gang. Ich geh mit Fish und dem Rest rechts herum. Wir treffen uns beim Maschinenraum. Wer zuerst ankommt, versucht schon mal die Sprinkleranlage im Maschinenraum anzustellen“, übernahm Abamo das Kommando.

Sie entriegelten die Schleuse, die sich mit einem lauten Zischen öffnete. Ein Schwall heißer Luft kam ihnen entgegen und nahm ihnen kurzzeitig die Luft zum Atmen. Nach­dem sie sich auf die extremen Temperaturen eingestellt hatten, rannten die beiden Gruppen in die jeweiligen Richtungen davon.

Die Gruppe von Fish wurde schon nach kurzer Zeit von einem umgestürzten Generator aufgehalten und brauchte einige Zeit, um das Ungetüm aus dem Weg zu schaffen. Dr. Frey’s Mannschaft kam ohne Probleme voran und war bereits nach acht Minuten bei der Schaltzentrale angekommen. „Ihr bleibt draußen und sichert den Eingang!“, kommandierte Cherry zwei Sicherheitsleute ab. Clontin und zwei von der Brandabwehr kümmerten sich darum, dass die Flammen nicht auch auf die Schaltzentrale übergriffen.

Cherry und Dr. Frey betraten den kleinen Raum. Die junge Ärztin rannte zum Board und suchte nach dem Schalter. Sie stutzte. Da waren rechts gleich zwei Schalter. Ein blauer und ein grüner. „Cherry, Sie haben doch die letzte Übung mitgemacht. Welcher Schalter ist es denn – grün oder blau?“

Sie drehte sich um und erstarrte. Ihr gegenüber im Abstand von ungefähr fünf Metern standen gleich zwei Cherrys, jeweils eine Polarisatorpistole auf den anderen gerichtet. Sie fing sich relativ schnell. „Welcher Schalter ist es?“ Der eine Cherry antwortete „Der Grüne!“ und der zweite Cherry konterte sofort: „Der Blaue!“

Ratlos starrte sie die beiden an. Sie wusste, dass zwar einer der beiden Schalter die Sprinkleranlage auslöst, erinnerte sich aber dunkel daran, dass der andere die Selbstzerstörung des Maschinenraumes startet. Dieser Mechanismus war bei eventuellen Infektionen mit außerirdischen Bakterien von Nöten, würde allerdings jetzt damit eine Katastrophe auslösen, denn das Feuer könnte sich so ungehindert ausbreiten und das Schiff manövrierunfähig machen. Damit wären sie dann leichte Beute der DaRGs.

Aber welcher von beiden Schaltern der richtige war, wusste sie nicht. Schweißperlen – ob von der Hitze oder aus Angst – rannen der jungen Frau über das russgeschwärzte Gesicht und hinterließen helle Spuren. Viel Zeit blieb nicht mehr und dann wäre auch die Schaltzentrale verloren.

Plötzlich fiel ihr etwas ein: „Cherry, wenn das alles vorbei ist, hätten Sie dann Lust, mal mit mir im Space auszugehen?“ Beide sagten fast zeitgleich: „Ja!“

Sie drehte sich um und drückte sofort den blauen Schalter nach unten.

Similar Posts:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
To prove you're a person (not a spam script), type the answer to the math equation shown in the picture. Click on the picture to hear an audio file of the equation.
Click to hear an audio file of the anti-spam equation