Mediziner im Weltall – 11. Kapitel


Kapitel 11: Entscheidung

Es war fast still in der Sicherheitszentrale des dritten Maschinenraumes. Nur das leise Knistern der züngelnden Flammen war zu hören. Aber dann kam ein anderes Geräusch dazu. Alle drei starrten nach oben an die Decke. Zuerst tröpfelte es nur leicht, aber dann goss es wie aus Kübeln und die drei wurden in kürzester Zeit nass bis auf die Haut.

Die Bordärztin zog ihre Polisatorpistole und zielte auf den einen Cherry, der immer noch seine Waffe auf den anderen Cherry richtete. Sie drückte ab. Es gab einen blechernen Ton und den so getroffenen Cherry haute die Wucht des Aufpralls erst einmal nach hinten . Nachdem er sich wieder gefangen hatte, wandte er sich der Richtung zu, aus der der Schuss gekommen war. Er wollte nun seinerseits einen Schuss abgeben, aber seine Bewegungen waren irgendwie langsamer und abgehackter.

Mit einem Hechtsprung hinter den Schalttisch konnte sich Dr. Frey erst einmal aus der Schusslinie bringen. Der Roboter wollte auf die junge Bordärztin zugehen, aber er lief seltsam mechanisch. Der andere Cherry reagierte sofort. Er rannte in Richtung seiner Kopie, aber die Bordärztin, die sich mittlerweile wieder hochgerappelt hatte, schrie ihn an: „Nein, Cherry, nicht anfassen, dann stirbst du!“ Er stoppte augenblicklich. Die Roboterkopie fing urplötzlich an, schrill zu schreien und wandte sich ihm wieder zu. Mit jetzt quietschenden Schritten näherte er sich Cherry, der ihn entsetzt und offensichtlich unfähig sich zu bewegen, anstarrte. Der Roboter hatte ihn fast erreicht, da sprang die junge Frau zwischen die beiden und warf sich auf den Roboter, der durch den Aufprall auf den Boden knallte. Dr. Frey sprang behende sofort wieder auf und schubste den richtigen Cherry aus der Reichweite des anderen.

„Du bleibst jetzt da und lässt ja die Finger von unserem Freund. Da können sich die anderen drum kümmern.“ Sie schaute ihm in seinen blauen Augen. „Geht’s dir gut?“ Er starrte sie immer noch unverwandt an. „Woher wusstest du, dass es der blaue Schalter war?“ „Du hast so dumm aus der Wäsche geschaut, als ich fragte, ob du mit mir ausgehen wolltest. Da wusste ich gleich, dass du der Richtige bist.“

Er schaute ein wenig enttäuscht, aber fasste sich sofort wieder: „Das war ein guter Geistesblitz, den du da hattest.“ „Was soll das heißen? Willst du jetzt wieder einen Rückzieher machen? Immerhin habe ich dir heute zweimal das Leben gerettet. Da könntest du mich ruhig mal ausführen, findest du nicht?“ Cherry errötete und fing an zu stottern: „ Äh, natürlich gern, äh!“ Er überragte sie um einen ganzen Kopf und beugte sich zu ihr runter. Sie lächelte ihn an: „Ich habe schon nicht mehr daran geglaubt, dass du mich jemals fragst. Da müssen erst so dumme DaRGs unser Schiff überfallen, damit du mich endlich mal einlädst. Also ehrlich, ich finde…“ Weiter kam sie nicht, denn er nahm ihr Gesicht in die Hände und küsste sie zärtlich.

„Ich glaub’s ja nicht. Da geht unser Schiff fast flöten und ihr steht hier mitten im Chaos und macht einen auf Romanze.“ Fish, der Sicherheitsingenieur, stand an der Tür. „Halt die Klappe!“, antwortete Cherry grinsend, „kümmer dich lieber um meinen Doppelgänger. Der liegt da nämlich und wartet darauf als Altmetall im Weltall entsorgt zu werden. Außerdem kennst du ja den Spruch: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Und die Arbeit haben wir vorher erledigt.“

Fish kam lachend auf die beiden zu. „Sauerei, du bist kein guter Kumpel. Ich hatte doch auch vor unsere hübsche Bordärztin zu einem date einzuladen.“ Er grinste sie frech an. „Das schmeichelt mir natürlich. Aber was soll ich sagen. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Vielleicht ein anderes Mal…“., konterte die Bordärztin schlagfertig. „Moment Mal“, schaltete sich Cherry ein, „was soll das jetzt wieder heißen?“

Aber in diesem Moment kam über die Sprechanlage die Stimme des Commanders: „Maschinenraum 3, Was ist los da unten? Ich brauche einen Lagebericht.“ Fish rannte zum Pult und drückte die Sprechtaste: „Hier ist Fish, alles klar, Chef. Der Roboter ist ausgeschaltet und das Feuer wird gerade gelöscht. Der Schaden ist überschaubar und wir haben bereits mit den Reparaturarbeiten begonnen.“ „Okay, das sind doch mal Nachrichten. Kommen Sie bitte mit Dr. Frey und Cherry auf die Brücke. Die Sternenverteidigungsflotille hat sich in der Zwischenzeit nämlich gemeldet. Wir müssen alle zum Stern „Berlin“. Wir werden dort ein für alle mal den DaRGs demonstrieren, wer die Macht in Esperanza hat.“

„Ay, ay, Captain. Wir machen uns sofort auf den Weg zur Brücke,“ ließ den Sprechknopf los, drückte ihn dann allerdings nochmal und grölte: „Berlin, Berlin, wir fliegen nach Berlin!“

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