Supertalent wird zum Treffen ehemaliger Stars

„Das Supertalent 2010“ mit Dieter Bohlen, Bruce Darnell und Silvie van der Vaart in der Jury, entpuppt sich für den Sender RTL als wahrer Quotenbringer. Mehr oder weniger talentierte Menschen versuchen die Jury zu überzeugen, für sie zu voten und damit eine Runde weiter zu kommen.
Einige wirkliche Spitzenkönner sind immer dabei, allerdings auch einige, die eher für Peinlichkeit stehen. Viele der Teilnehmer nehmen die Sache wirklich sehr ernst und für einige scheint es eine wahre Hoffnung zu sein. Einige überschätzen sich völlig und gehen mit einer fehlgeleiteten Selbstwahrnehmung an den Start. Bei manchen Kandidaten steht wohl der Spaß im Vordergrund. Diese nahmen die Show dann meist nicht so ernst.

Doch so Mancher, der auf der Bühne steht und nicht weiterkommt, versteht die Welt nicht mehr. Meist haben dann im Nachhinein das Publikum und die Jury dann keine Ahnung von Kunst oder was halt so dargestellt worden ist.

Dieter Bohlen hält sich mittlerweile vornehm zurück und bietet den Künstlern konstruktiver Kritik. Wobei er natürlich immer eine wirtschaftliche Abwägung trifft, wie sich das Talent vermarkten lassen kann. Die gesamte Jury ist bei Darbietungen von Kindern sehr vorsichtig. Oft stehen hier die Eltern als Initiatoren hinter der Bühne und versuchen, über ihre Kinder Erfolg zu bekommen.

Auch Tiernummern sind schwierig. Niedliche Tiere auf der Bühne sind immer nett, doch eigentlich soll ja das Talent des Menschen bewertet werden und nicht die des Tieres.

Einige alt bekannte (ehemalige) Berühmtheiten versuchen nun, diese Show als ein neues Karrieresprungbrett zu nutzen. Am Sonnabend traten zwei sehr unterschiedliche Künstler auf.


Der eine war Zachi Noy, die sich als „der Dicke aus Eis am Stiel“ vorstellte. In Lederhose versuchte der Israeli sich an dem Titel „Wenn ich einmal reich wär“. Zachi Noy spielte in den acht Filmen der Reihe, die es auch als DVD-Box gibt – Eis am Stiel Box 1 (Digital Remastered), einen Jugendlichen, der mit sich und dem sozialen Umfeld klar kommen möchte. Angesiedelt zwischen Komödie und Klamauk waren die Filme in den 70ern und 80ern Jahren überaus erfolgreich.

Dieser 57-jährige Mann versuchte nun mit Gesang (obwohl er zugeben musste, dass das nicht sein Ding ist), die Jury zu überzeugen und konnte dies nicht. Auch das Publikum, das ihn durchaus erkannte, war von der Vorführung nicht begeistert.

Als zweiter Star trat Kathy Kelly – von er Kelly-Family – mit einem Stück aus dem Mega-Erfolgsalbum Over the hump (1994) auf. Sie konnte die Jury nicht völlig von sich überzeugen. Dieter Bohlen stellte kritische Fragen zum Hintergrund des Auftritts und gab kein klares Votum ab. Zumindestens das Publikum aber schien durchaus angetan.

Warum tun sich ehemalige Stars dieses Prozedere an?

Zum einen wegen des Geldes. Die Kellys scheinen wohl eine Menge Geld durchgebracht zu haben. Die Familie hat alle deutschen Musikpreise wie Otto, Echo, Comet, Bambi, Goldener Löwe, Goldene Kamera und Goldene Europa erhalten und Over the hump (1994) hat sich alleine 3,5 Millionen Mal in Deutschland verkauft. (Da muss der Graf von Unheilig wohl noch lange dran stricken).

Zachi Noy versucht, wieder ins Showgeschäft zu kommen und Deutschland war für die „Eis am Stiel“-Filme eine Haupteinnahmequelle.

Beide Stars sind nicht über Casting-Shows zum Erfolg gekommen, sondern haben sich von der Straße weg hochgearbeitet. Kathy Kelly hatte bereits um das Jahr 2000 eine Solo-Karriere versucht und verschwand dann wieder 10 Jahre vom Fenster.

Es ist überaus mutig von edn beiden Künstlern, sich der Jury und dem Publikum zu stellen, da der Zeitgeschmack sich ja sehr geändert hat. Beiden wäre in Weiterkommen zu gönnen gewesen. Bei Zachi Noy hat es ja nicht geklappt. Schauen wir mal,wie lange Dieter Bohlen bei Kathy neutral bleibt und wie er Bruce und Silvie beeinflusst.

Für alle Kandidaten sind aber beide Künstler sehr wichtig als Menschen. Sie sehen, dass nur harte langfristige Arbeit zum Erfolg führt und nicht der Gewinn einer Show. Von all den gecasteten Bands und Talenten haben es nur wenige geschafft, uns dauerhaft im Gedächtnis zu bleiben.

Wenn nun altgediente Künstler bei Bohlen & Co. nach langer Zeit Klinken putzen müssen, so sollte dies eine Warning für alle (Möchtegern)-Stars sein!

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