Rappacinis Tochter Das Musical Frei nach Nathaniel Hawthorne

Dr. Rappacini

Dr. Rappacini

In Hamburg, im Delphi Showpalast wird das Musical „Rappacinis Tochter“ im Januar und Februar 2009 fortgeführt.
„Lassen Sie sich entführen in die mysteriöse Welt des Dr. Rappacini und erleben Sie die romantisch, düstere Geschichte einer unmöglichen Liebe!“
So der Text auf der Internetseite des Musicals. Während eines Städtewochenendes in Hamburg konnten wir eine Vorstellung besuchen.


Die Handlung dieses Musicals ist schnell erzählt (wie eigentlich bei allen Musicals): Junger Student geht in die Fremde nach Padua und verliebt sich in Beatrice, die Tochter des Nachbarn Dr. Rappacini. Doch dieses Mädchen hat ein böses Geheimnis. Ihr Vater experimentiert mit giftigen Pflanzen und injizierte seiner Tochter den Saft, so dass nur sie diese Pflanzen berühren kann, ohne zu sterben. Aber: Jeder, der sie berührt, wird ebenfalls vergiftet. Dabei handelt Rappacini als typischer „Mad Scientist“ durchaus aus gutem Vorsatz. Seine Frau ist gestorben und er macht sich Vorwürfe, dass er ihr nicht helfen konnte. Dieses Schicksal soll seiner Tochter erspart bleiben und er versucht ihr, die Kraft der Pflanzen und damit Unsterblichkeit zu geben. Das Ganze endet tragisch.
Was ist nun das Besondere an diesem Musical, im Unterschied zu den anderen? Es ist eine kleine, aber feine Produktion, das Ensemble ist klein, aber die Darsteller sind sehr motiviert. Die Kulissen sind einfach, vermitteln aber immer einen guten Eindruck vom Handlungsort. Statt mit großem technischen Aufwand wird mit einfachen Mitteln die Handlung unterstützt und nicht erdrückt. Die Bühne steht im „Delphi Showpalast“, etwas abseits der Hamburger Touristenströme. Dieses Theater vermittelt selbst schon einen ganz eigenen Eindruck.
Ja, und was ganz wichtig ist, dass die Band „Aeternitas“, nach deren Idee das Stück entstanden ist, live die Musik einspielt. Mit der Besetzung Schlagzeug, Gitarre, Bass und Keyboard wissen die Musiker eine faszinierende Atmosphäre zu erzeugen. Ob ruhige Ballade, aufrührend oder richtig rockig brauchen sie sich hinter den großen Besetzungen anderer Musicals wahrlich nicht zu verstecken. Bekanntestes Album der Band ist „La danse macabre“. Auf der Homepage bezeichnen sie ihren Stil als „GOTHIC-THEATRE-METAL“.
Besonders ist noch zu erwähnen, dass Schauspieler und Musiker nach dem Auftritt sofort ins Foyer gekommen sind und gut gelaunt mit dem Publikum Kontakt aufnahmen.
Das Musical läuft noch bis Ende August. Wer die Gelegenheit, das Stück zu sehen, der sollte sie nutzen. Diese kleine qualitativ hochwertige Produktion macht deutlich mehr Spaß als viele der großen. Und dazu sind die Eintrittspreise noch moderat. Einige wir abschrecken, das es als „Gothic-Musical“ angepriesen wird. Mit Gothic ist aber weniger die heutige Jugendbewegung gemeint, sondern leitet sich eher von der Vorlage, einer „gothic novel“ (dt. „Schauerroman“) ab.
Nathaniel Hawthorne lebte von 1804 bis 1864 (also zur Zeit von Edgar Allen Poe) und war ein typischer nebenberuflicher Autor, da er von der Schriftstellerei nicht leben konnte. Bekanntestes Werk ist wohl „Der scharlachrote Buchstabe“ aus dem Jahre 1850.
Weitere Informationen: www.rappacini.de .
Die Kurzgeschichte liegt als PDF-Download unter http://www.rappacini.de/Dateien/HAWTHORNE_Rappacinis_Tochter.pdf vor.
Foto: Oliver Bandmann (Dr. Rappacini) von Hendrik Walter
(Quelle: Pressefotos von rappacini.de mit freundlicher Genehmigung)
Infos zur Band: http://www.aeternitas.info/



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