PERRY RHODAN – SOS aus dem Weltall

Perry Rhodan SOS aus dem Weltall von Clark Darlton. Mai 2014
SOS aus dem Weltall kleinZwischen der ersten Ausgabe des Buches und dem gerade als Nummer 30 in der Reihe „Planetenromane“ erschienenen Taschenheft liegen 47 Jahre. Über den Film kann man ja nicht geteilter Meinung sein: er ist schlecht geschrieben und schlecht umgesetzt und hat auch nur wenig mit dem Perry Rhodan-Kanon zu tun. 1967 ist diese Mischung aus Italo-Western und James-Bond-Parodie mit SF-Elementen in die deutschen Kinos gekommen. Er lief später auch im deutschen Fernsehen. Die deutsche Fassung ist einiges kürzer als die internationale mit dem Namen „Mission Stardust“ (siehe dazu auch http://de.wikipedia.org/wiki/Perry_Rhodan_%E2%80%93_SOS_aus_dem_Weltall)
Der Verlag und die Verantwortlichen für PERRY RHODAN waren schon in den Sechzigern nicht vom Film sonderlich begeistert, entsprach er doch so gar nicht dem, was man sich unter einer filmischen Umsetzung der Romanserie vorgestellt hatte. Auch die Fans konnten sich nicht für den Film erwärmen. Versöhnlich stimmte vielleicht nur Essy Persson, die die Thora verkörperte.
Im Film spielten zwar einige Personen mit, die auch in den Romanen vorkamen und auch der Flug zum Mond mit dem Finden des arkonidischen Raumschiffes entstammt noch den Romanen. Der Rest ist aber frei dazu erfunden worden, um einen actiongeladenen Film in die Kinos zu bringen.
Im Taschenbuch von 1967 erzählt Clark Darlton (d.i. Walter Ernsting) den Film nach. Mit 16 Seiten Fotos ist es damit das klassische Filmbuch dieser Zeit, um noch einmal Geld von den Kinogänger oder auch den Fans der Serie abzuschöpfen.
Was bringt nun den Verlag dazu, dieses Buch 2014 wieder auf den Markt zu bringen? Man kann es nur vermuten. Ist es ein Anflug von Nostalgie? Sicher nicht. Der Markt ist härter als vor fast fünfzig Jahren und der Verlag muss sein Geld verdienen.
Dennoch hat VPM den Mut, das Buch noch einmal herauszugeben.
Aber es ist kein eins zu eins Abdruck von 1967. Der Text ist sprachlich von Rainer Nagel vorsichtig auf den heutigen Stand gebracht worden.
1967 startete der Roman: „Es war soweit. Während draußen auf dem Startgelände die riesige Mondrakete auf den Feuerbefehl wartete, drängten sich im Konferenzraum der „Intercosmos-Gesellschaft“ die Reporter und traten sich gegenseitig auf die Füße.“
2014 liest sich das so: „Es war so weit. Während draußen auf dem Startgelände die riesige Mondrakete auf den Befehl zum Abgeben wartete, drängten sich im Konferenzraum der Intercosmos-Gesellschaft die Reporter.“
Aber nicht nur im Roman hat sich Rainer Nagel betätigt. Auch das Nachwort stammt von ihm. Hier erläutert er kurz die Entstehungsgeschichte des Films und die Werbemaßnahmen des Verlags. Kritisch, aber nicht polemisch zeigt er auf, was der Film ist. Eine einzige Katastrophe, die sich nur ein wenig mit der Gnade des zeitlichen Abstand abschwächt.
Als weiteres Extra enthält der Band noch eine Kurzgeschichte aus dem Jahre 1979: Gucky als Kuppler zwischen Rhodan und Thora. Wer’s mag…
Das neu hinzugefügte einleitende Kapitel in Form eines Chronik-Eintrages von Hoschpian stellt die Frage, was gewesen wäre, wenn Perry Rhodan nicht 1971 sondern 2036 die schiffbrüchigen Arkoniden auf dem Mond entdeckt hätte. Diese Frage kann nur NEO beantworten…

Ergänzung 03.04.2014: Wie der Verlag mitteilt, ist dies das letzte Taschenheft der Reihe. Die Verkaufszahlen waren zu unterschiedlich pro Ausgabe, sodass eine Planung nicht mehr möglich war. (Quelle: http://www.perry-rhodan.net/newsreader/items/perry-rhodan-planetenromane-werden-eingestellt.html)

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