Moonatics von Arne Ahlert

Moonatics

Moonatics von Arne Ahlert. Heyne 2016. 576 Seiten. ISBN 978-3-453-31814-4

Der ambitionslose Webdesigner Darian Curtis wird Erbe einer schon nicht unbeträchtlichen Summe Geldes. Da er gerne reist und die Erde durch Umweltverschmutzung und Kriege keine schönen Ziele mehr bietet, kauft er sich ein Ticket zum Mond. Hier haben die Chinesen größtenteils das Sagen. Doch es gibt auch einige nicht von ihnen kontrollierte Gebiete und so checkt er in einem Hotel ein. Dort trifft er auch die Moonatics, eine Art lunare Flowerpower-Gruppe, die sich ihre eigenen Regeln aufgestellt haben. Partys mit dem Konsum von Alkohol machen das Leben dort angenehm zu machen. Man hat sich mit dem Mond und den Lebensumständen dort aufs Beste arrangiert. Aus dem Urlaub wird für Darian ein Daueraufenthalt. Er nimmt einen Job an und für ihn gibt es quasi kein Zurück mehr zur Erde, wartet doch dort die Steuerfahndung auf ihn und ein drohender Gefängnisaufenthalt, denn er kann seine Steuern nicht zahlen. Er integriert sich in die Gruppe der Party-People und wird ein Teil der Spaßgesellschaft auf dem Mond. Touristen bringen Geld und ehrgeizige Projekte wie der Bau eines Golfplatzes und einer großen Kuppel werden angegangen.

Arne Ahlert wartet zwar mit einer Vielzahl von skurrilen Ideen auf, die hier nicht verraten werden sollen,  doch dem Roman fehlen fast 400 Seiten lang der große und die kleinen Spanungsbogen. Die Erzählung plätschert vor sich hin, die Charaktere sind recht einseitig gezeichnet und auch der Protagonist wird nicht weiter charakterisiert. Der Roman liest sich wie eine Art endless summer in Kalifornien. Die Tage kommen und vergehen. Partys, Drogen, Busfahrten, Golf sind die Höhepunkte der immer gleich erscheinenden Tage.

Doch dann will es der Autor wissen und bringt Action in die Handlung. Dies ist jedoch zu viel. Zu viel Aktion, zu viel Gewalt, zu viel die Gegenwart einholende Vergangenheit, zu viel Politik und Intrigen. Das letzte Viertel des Romans ist dann zwar viel aufregender, aber das Ende ist zu gedrängt und viel zu tragisch.

Zum „mal eben so lesen“, eignet sich Moonatics gut, doch bleibt beim Zuklappen des Buches ein schaler Nachgeschmack und nicht das gut-traurige Gefühl, einen tollen Roman gelesen zu haben.

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