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Am Sonntag um 16:00 Uhr geht die Welt unter oder Die Suche nach dem „K“

Der DORT.con findet ja (leider) nur alle zwei Jahre in den ungeraden Jahreszahlen statt und alterniert damit mit dem (doch anders ausgerichteten) ColoniaCon. Und so trafen sich die SF-Interessierten am 09. und 10. April 2011 in Dortmund.
Kurz vor dem Con gab es noch einen Wechsel beim internationalen Gaststar. „Robert Charles Wilson ersetzt Charles Stross!”, so lautete im Februar die Nachricht. Das war aber nicht die einzige Änderung vor dem Con, denn auch der Termin verschob sich nach hinten. Das alles ließ aber die Organisatoren völlig kalt und sie präsentierten ein perfektes Treffen. Sollte improvisiert worden sein, so hat es keiner bemerkt.
Mit Leo Lukas, Bühnenprofi, Kabarettist, Schriftsteller und PERRY RHODAN-Autor, war eine Garantie für geistreiche Unterhaltung schon mal sichergestellt. Aus der grafischen Abteilung präsentierten die Dortmunder einen nicht minder sympathischen Alexander Preuss, der wunderschöne Arbeiten ausstellte und ebenfalls nicht auf den Mund gefallen war. Etwas ruhiger zeigte sich der Kanadier Robert Charles Wilson, der aber auch pointiert auf alle Fragen zu antworten wusste.
Der DORT.con bietet dem Besucher vier verschiedene Programmschienen an, so fiel auch in diesem Jahr die Auswahl bisweilen schwer, in welches Panel man sich begeben wollte.
Am Eingang und im „Gartensaal“ boten Händler und Vereine ihre literarischen Waren feil. Wie immer waren die üblichen Verdächtigen zu finden, doch auch solche Konstanten müssen sein. An den Ständen konnte man sich mit Lesestoff eindecken und den einen oder anderen Plausch halten. Dazu lud auch die Cafeteria ein, die neben Getränken auch kleine Speisen anbot. Die Raucher trafen sich vor dem Eingang, wo strategisch richtig eine Curry-Wurstbude mit einheimischen Spezialitäten vom Grill lockte.
Neben den Panels mit den Ehrengästen gab es eine Menge an Programmpunkten, deren Inhalte stellenweise verschiedener nicht sein konnten: Musik von ruhigen Space-Klängen bis zum Horror-Punk, Lesungen von Steam- bis Cyperpunk, Performance und Autorenvorstellungen.
Der Samstagabend wurde durch die „Abend-Show“ mit den Ehrengästen und einer Filk-Truppe eingeleitet. Das Thema war der bevorstehende Weltuntergang am 10. April um 16:00 Uhr. Ja, die Maya haben sich geirrt! Dieses Thema wurde dann für den gesamten Con ein „Running Gag“. Die Ehrengäste wurden befragt, was sie denn noch zu tun gedenken bis zum Ende der Welt und hier kamen durchaus geistreiche Beiträge vor.
2009 noch eine Überraschung, in diesem Jahr etabliert: Poetry Slam. Eine Gruppe mutiger Schreiber und Performer schleuderten dem Publikum ihre Wortwerke entgegen. Einmal witzig, einmal nachdenklich, manchmal still, bisweilen laut; es gab reine SF, Geschichten mit SF-Versatzstücken oder es wurde über den Tellerrand geschaut. Die Kreativen trugen immer ambitioniert ihre Literatur vor. Gaby Behrends gab ihr Debüt und konnte sich gleich für das Halbfinale qualifizieren. Juroren vergaben bis zu 10 Punkte für den Vortag. Einige Male war das Publikum aber nicht mit dem Ergebnis zufrieden. Die Künstler nahmen es meist gelassen hin. Der Spaß stand eindeutig im Vordergrund.
Thorsten Küper und Michael Heide trafen im Finale aufeinander, das Michael für sich entscheiden konnte. Und Bernhard Kempen war auf der Suche nach dem „k“, denn es ist ein wirkliches Problem, wenn man diesen Laut nicht artikulieren kann. (Aptain Irk und Jean-Lu Piard, aber auch Leo Luas sind zwar bekannte Figuren aber ohne „k“ doch nur halb so nett auszusprechen).
Diese Art der „Lesung“ ist phantastisch und hat wieder recht viel Spaß gemacht.
Der nächste Morgen begann mit dem „Internationalen Frühschoppen“, der das Thema „Habitate im All“ aufgriff. Macht es Sinn, die immer größere Bevölkerung der Erde ins All auszulagern?
In der Abschlussfeier um 15:00 Uhr wurden zu Recht alle Gopher und Organisatoren gelobt und alle hatten das gute Gefühl einen guten Con gemacht und besucht zu haben.

Beste Nachricht dann aber: Die Welt geht doch nicht unter und es gibt in zwei Jahren wieder einen DORT.con.

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