Die Chance. Reise durch Raum und Zeit von Sylvia Didem

Die ChanceDie Chance. Reise durch Raum und Zeit von Sylvia Didem. Brighton Verlag 2015. 298 Seiten. 978-3958761032

Jane, die Freundin der Protagonistin Myra Lessing wurde durch ein Attentat gelähmt. Myras Ehemann will dieses ungeschehen machen und schickt Myra in eine weit entfernte Vergangenheit, damit sie dort Veränderungen vornehmen und dadurch den Zeitfluss verändern kann.

Damit beginnt eine turbulente Reise durch die Zeit und den Raum.

Myra landet unfreiwillig im vorchristlichen Babylon, findet sich dank ihrer Notfallausrüstung, die sie ständig an der Frau hat, erstaunlich schnell zurecht. Innerhalb kürzester Zeit bekommt sie Macht und Einfluss, bis sie schließlich wieder verschwindet.

In der Gegenwart finden Helga und Kay, die zu einer Grabung geschickt werden, die Aufzeichnungen von Myra aus der Vergangenheit.

Neben Jane und Myra spielt diese dritte Frau, Helga, eine große Rolle im Roman. Männer hingegen sind meist nur schmückendes Beiwerk zu den diesen Charakteren. Einzig Kay kann hier noch mithalten.

Die Handlung selbst wirkt sehr komprimiert. Schon auf den ersten wenigen Seiten geschieht sehr viel. Dialoge beherrschen den Roman über lange Strecken, ohne die Handlung weiterzubringen. Denn es wird dabei sehr viel erklärt. Die Passion der Autorin (siehe „Über die Autorin“) für die Physik scheint immer wieder durch. Und schaut man ins Personenverzeichnis, so ist zu erkennen, dass die Autorin und die Protagonistin Myra eine sehr ähnliche Vita haben.

Dem Roman hätte an einigen Stellen mehr an Länge gut getan. Hier und da hätte man sich mehr an Epik, an Ausformulierung gewünscht. Zuviel Wissen und Beschreibung in solch einer komprimierten Form können den Leser überfordern. Es bleibt für ihn kaum Zeit, Luft zu holen, so viele Fakten prasseln auf ihn ein, die meist für die Handlung nur am Rande von Belang sind. Ruhige Momente fehlen ein wenig. Die Themenvielfalt und verschiedenen Ebenen haben es in sich.

Ja: „Die Chance“ sollte als Frauenroman bezeichnet werden, begibt sich dabei aber nicht in Gefahr, in die Klischees billiger Heftromane abzugleiten, dafür ist der Text zu gut recherchiert.  Ein wenig mehr Fabulieren und weniger Wissensvermittlung, weniger Personen mit mehr Charaktereigenschaften und überhaupt mehr Platz zum Atmen und ruhige Passagen hätten dem Roman an manchen Stellen gut getan. Als Erstlingswerk der Autorin dennoch beachtenswert mit einigem Potential. Und da der Roman ein Cliffhanger ist, bleibt ja noch viel Raum und Zeit.

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