John Scalzi – Krieg der Klone – Heyne 52267

John Perry wird 75 Jahre alt und besucht das Grab seiner Frau. Danach geht er zur Rekrutierungsstelle der Kolonialen Verteidigungsarmee (KVA) und lässt sich einberufen. Er verpflichtet sich, sein bisheriges Leben aufzugeben und die menschlichen Kolonien im All gegen Aliens zu verteidigen. Mehr weiß er nicht.

Das ist auch gut so, denn was ihm wiederfährt, hätte er sowieso nicht geglaubt. Auf Basis seiner Gene bekommt er einen neuen, 20jährigen Körper mit allerlei Sonderausstattung. Durch die Adern fließt kein Blut mehr, sondern SmartBlood. Kleine Nanoroboter transportieren ein Mehrfaches an Sauerstoff als echtes Blut und die Gerinnung ist auch besser. Ins Hirn wird ein PDA integriert, mit dem er per Funk mit anderen Soldaten kommunizieren kann. Dieses verbesserten Körper gibt es nur in grün mit integriertem Chlorophyll. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase durchläuft Perry eine militärische Grundausbildung. Kaum ist diese vorbei, wird er mit einer Vielzahl von anderen Soldaten in Raumschiffe gepackt und von einem Kampfeinsatz zum nächsten geschickt. Unterschiedlichste Aliens wollen den menschlichen Kolonien an den Kragen und diese Kolonien gilt es zu verteidigen. Dabei kommen eine Menge der Soldaten ums Leben, denn auch die Außerirdischen sind ziemlich gut bewaffnet. John Perry schlägt sich ganz gut und steigt in der militärischen Hierarchie auf. Doch bei einem Einsatz geht so ziemlich alles schief und er ist der einzige Überlebende. Schwer verletzt wird er geborgen: Von seiner eigenen Frau, was ja eigentlich nicht sein kann, denn die hat er ja schon beerdigt. Mit knapper Not überlebt er und erfährt von der Geisterbrigade, einer Spezialeinheit der KVA. Doch seine Frau ist gar nicht seine wirkliche Frau und hat nur deren Körper …
John Scalzi schreibt keine wirkliche Military-SF, wie die Beschreibung oben vermuten lässt. Auf sehr humorvolle und selbstironische Weise beschreibt er über seinen Protagonisten Perry den totalen Bruch mit dem vorhergegangenen Leben. Die Technik wie z.B. den Skip-Antrieb und der PDA wird kurz beschrieben und wirken komplett glaubhaft. In vielen selbstkritischen Momenten denkt Perry über sich, sein altes und sein neues Leben kritisch nach. Er nimmt nicht alles hin, sondern ist oftmals Kritiker des Systems. Er ist ein Übermensch, doch gegen den neuen Körper seiner Frau relativiert sich dies wieder. Das Buch ist der erste Band einer Trilogie und wirklich beste Unterhaltung. Eine schnelle Handlung wird durch die Reflexionen von John Perry immer wieder unterbrochen, ohne den Drive aus dem Roman zu nehmen. Das Buch hat Appetit auf mehr gemacht, sodass ich auch die weiteren Bände lesen musste. Eine wirklich kurzweilige Angelegenheit.

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