Das Schiff von Andreas Brandhorst

Brandhorst Das Schiff
Das Schiff von Andreas Brandhorst. Piper 2015. 544 Seiten. ISBN: 978-3-492-70358-1

Das Schiff aus dem Titel ist Bestandteil des Romans, aber nicht der zentrale. Vielmehr handelt das Buch über den Menschen Adam. Der Protagonist ist ein Bewohner der Erde mindestens 6000 Jahre in der Zukunft der heutigen Zeit. Er ist einer von nur noch 131 sterblichen Menschen unter 4 Millionen Unsterblichen und einer unbekannten Anzahl intelligenter Maschinen. Normalerweise werden Menschen, die das dreißigste Lebensjahr erreicht haben, einer Behandlung unterzogen und damit unsterblich. Bei einigen wenigen funktioniert dies nicht und der Alterungsprozess läuft dann normal weiter. Doch diese Menschen können im Auftrag der Maschinenwesen über eine Portaltechnologie über viele Lichtjahre hinweg in künstliche Körper transferiert werden und in deren Sinne Aufträge ausführen. Man ist offiziell auf der Suche nach technologischen Artefakten der Muriah, einer untergegangenen, der menschlichen weit überlegenen Zivilisation.
Doch die Maschinen, einst gebaut, um die Menschen zu schützen, nicht zuletzt vor sich selbst, haben ganz eigene Interessen und nutzen die Menschen nur aus. Adam erkennt langsam, was sie vorhaben. Damit wird er unbequem, doch die Maschinen benötigen seine Hilfe.
Andreas Brandhorst erschafft wieder einmal ein stimmiges Universum. Diesmal jedoch mit einer eher melancholischen Note. Die Menschen haben die Technik in nicht vorstellbarer weiterentwickelt und sind fast alle unsterblich geworden. Sie nutzen die Möglichkeiten der Technologie, ohne sie wirklich wahrzunehmen. Sie ist einfach da. Tausende Jahre Lebenszeit scheinen dem heutigen Leser etwas wunderbares, doch kann der Mensch damit umgehen? Was macht er aus seiner Lebenszeit? Lebenslanges Lernen und immer wieder neue Herausforderungen sind Perspektiven, die nur schwer zu begreifen sind. Letztendlich bleibt der Mensch aber Mensch und das ist seine Schwäche und wie wir am Beispiel Adams erfahren sollen, auch gleichzeitig seine Stärke. Moral und Ethik versuchen die Maschinen rechnerisch nachzuahmen. Doch kann Technologie dies wirklich so wie der Mensch erfahren und leben?
„Das Schiff“ ist eine schöne Erzählung, in sich stimmig und es macht Spaß, sie zu lesen. Action und Spannung würzen die Handlung, bleiben aber immer dezent im Hintergrund und sind für die eigentliche Aussage des Buches auch nicht notwendig.

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