CeBIT 2012 – Im Westen nichts Neues?

Gestern hat die Kanzlerin Frau Dr. Merkel die diesjährige CeBIT feierlich mit Musik, Tanz und einigen netten Reden eröffnet.

Themen 2012 sind „Managing Trust“ und die Cloud. Das sind nun nicht wirklich neue Gebiete, mit der sich die IT z.B. erst seit kurzem beschäftigt.

So konnte Eric Schmidt, der frühere Chef und heutige Verwaltungsratsvorsitzende des führenden Internet-Suchdienstleisters, mit seiner rosigen Sicht der weltweiten Vernetzung und der schönen neuen Datenwelt nicht wirklich überzeugen. Kein Wort über die geänderten Nutzungsbedingungen seit dem 01.03.2012, kein Wort der Rechtfertigung über die Datenkrake google. Nun gut. So plätscherte sein Vortrag wohl an vielen der Anwesenden der feierlichen Eröffnungsveranstaltung vorbei. Der Applaus war dann auch verhalten.

Partnerland 2012 der CeBIT ist Brasilien. Hier sprach die Präsidentin Dilma Rousseff zu den Politikern und ITlern. Was sie über die Entwicklung ihres Landes referierte, konnte so manchen erstaunen. Brasilien ist ein aufstrebendes Land, das viel Geld in seine Infrastruktur und damit auch in die IT steckt. Das Land wird mit Breitbandvernetzung versorgt und Seekabel verbinden es mit Nordamerika und Europa. Ziel ist es, möglichst viele Brasilianer an das Internat und die mobile Kommunikation heranzuführen, auch im Hinblick auf die Fußball-WM 2014 im Lande. Brasilien sieht in der Bildung und damit auch im Zugriff auf das Internet ein großes Potenzial. 190 Millionen meist junger Einwohner wollen ans Netz. Brasilien hat zudem ein sicheres politisches und wirtschaftliches Umwelt zu bieten, was für viele Unternehmen ein Grund mehr sein wird, dort zu investieren. Dilma Rousseff zeigte mit aller Deutlichkeit und Begeisterung auf, dass die Brasilianer sich aufmachen, die Welt wirtschaftlich richtig aufzumischen.

Anders in Europa. Die deutsche Kanzlerin Frau Merkel musste zugeben, dass die Bedingungen in der alten Welt nicht so rosig sind. Euro-Krise und eine im Durchschnitt immer älter werdende Gesellschaft sind deutlich schlechtere Voraussetzungen für eine positive Wirtschaft. Sie warnte die Unternehmen sogar davor, Brasilien nicht zu unterschätzen und aufzupassen, sich nicht überholen zu lassen. Ja, sie meinte sogar, dass Europa sich in einigen Bereichen stärker anstrengen muss, um wieder den Anschluss zu gewinnen. So ist es taktisch klug, mit Brasilien zusammen zu arbeiten und die Märkte dort zu sichern. Die Kanzlerin lud die Jugend Brasiliens ein, in Deutschland zu studieren. Dies wahrlich nicht ohne Hintergedanken. Denn ein Studium in Deutschland bedeutet eine engere Bindung an das Land. Auch zum Thema der CeBIT, dem Vertrauen, schlug sie einen Bogen. Zwischen Deutschland und Brasilien gäbe es ein gutes Vertrauensverhältnis.

Beide Politikerinnen nutzten ihre Rede, um Weichen für die Zukunft zu stellen.

Doch wie sieht es mit den IT-Themen aus?

Im „Executive Dialog“, einer Veranstaltung vor der Eröffnung konnten Peter Sondergaard, der Senior Vice President von Gartner, Hans-Werner Feick, Managing Director von Kienbaum und Olivier Sevillia, CEO von Capgemini nicht wirklich neue Aspekte zu den Themen „Vertrauen“ und „Cloud“ vermitteln.
Einzig Eugene Kaspersky, CEO der gleichnamigen Firma und Virenspezialist brachte einige zum Nachdenken. Er fand es gut, dass Deutschland sehr strenge Gesetze im Bereich Datenschutz hat, doch er warnte, dass diese nur innerhalb der deutschen Grenzen gelten und das Internet diese Grenzen nicht kenne. Er zeichnete ein deutliches Bild der heutigen Jugend, die mit dem Internet aufgewachsen ist und deutete die Gefahr an, dass die „Alten“ – also die Vor-Internet-Generation und die Jugend sich auseinanderleben, was die Nutzung des Internets und das Selbstverständnis im Umgang mit Daten angeht.
Lichtblicke lieferten auch die Vertreter der T-Systems und zweier Versicherungen, die sich – man mag meinen typisch deutsch – mit den Gefahren des Cloud-Computing und der Datensicherheit schon sehr auseinandersetzen.

Aber auch das ist nichts Neues. Das müssen die Unternehmen schon lange tun.

CeBIT 2012 – Nichts wirklich Neues.

Und apple ist auch (wieder) nicht auf der Messe und es gehen Gerüchte, dass diese Woche das neue iPad vorgestellt wird und der Messe damit die Schlagzeilen klauen wird…

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